| Kirchliches Leben im Wandel der Zeit |
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Kirchliches Leben sollte in erster Linie dadurch geprägt sein, dass in ihm das Evangelium von Jesus Christus gepredigt wird und man danach lebt. So entspricht es dem Auftrag, den Jesus seinen Jüngern mit auf den Weg gegeben hatte. Aus diesem Auftrag heraus hat sich dann die Institution "Kirche" entwickelt. Kirche ist, so heißt es in den Bekenntnisschriften, die Versammlung aller Gläubigen, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden. So sind denn auch die ureigensten Aufgaben von Pastoren/innen die Predigt und die Verwaltung der Sakramente. Zur Taufe kam als Aufgabe dann aber auch noch die Begleitung von Menschen an besonderen Eck- oder auch Krisenpunkten ihres Lebens wie zum Beispiel bei Hochzeiten oder Beerdigungen. Die Konfirmation hat sich erst seit dem 18. Jahrhundert in unserer Kirche durchgesetzt. Die DiakonieFrüher war es selbstverständlich, dass Alte und Kranke zu Hause gepflegt wurden und letztlich auch in ihrem vertrauten Umfeld sterben konnten. Im Zusammenleben in der Großfamilie und mit Hilfe aus der Nachbarschaft konnte diese schwierige Aufgabe, wenn auch manchmal mehr schlecht als recht, geleistet werden. Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels nach dem zweiten Weltkrieg brauchten die Familien dann aber mehr Unterstützung. Seit Ende der 1950er Jahre wurden zu diesem Zweck nun seitens der Kirchengemeinde Gemeindeschwestern eingesetzt. Schwester Eva und ihre Nachfolgerin Schwester Elisabeth Sachau, die von 1961 bis 1990 in unserer Gemeinde tätig war, hatten sich als Angehörige der Schwesternschaft des Zehlendorfer Diakonievereins mit Leib und Seele dieser Aufgabe verschrieben. So leiteten sie über viele Jahre die von Pastor Lohse ins Leben gerufene Schwesternpflegestation, die ihren Sitz in Ahrenviöl hatte. 1989 kam es dann zum Zusammenschluss mit der Viöler Gemeindepflegestation zur Diakoniestation Viöl, die von kommunaler Seite aber auch von den Kirchengemeinden Viöl und Schwesing bezuschusst wurde. Die Dienste der Diakoniestation wurden mehr und mehr in Anspruch genommen, das Angebot wurde ständig erweitert und neue Mitarbeiter/innen kamen hinzu. Mit Einführung der Pflegeversicherung und aufgrund gesetzlicher Auflagen wurde die Diakoniestation 1995 zu einer gemeinnützigen Gesellschaft und nannte sich fortan Diakoniestation im Amt Viöl gGmbH. Wirtschaftliches Denken war nun zunehmend gefragt, wobei es schwieriger wurde, das christliche Profil zu bewahren. Für Seelsorge, nette Gespräche oder gar Gebete am Krankenbett stand immer weniger Zeit zur Verfügung, denn diese "nicht abzurechnenden Leistungen", waren kaum noch zu finanzieren. Seit November 2004 ist die Viöler Station der großen gGmbH des Kirchenkreises Husum-Bredstedt angeschlossen, so dass auch heute noch durch die Schwestern und Pflegerinnen vor Ort hervorragende Arbeit geleistet wird. Unsere Gemeindeschwester Gesa Hansen, die 1990 die Nachfolge von Schwester Elisabeth antrat, hat all diesen Veränderungen standgehalten und steht heute als Garant dafür, das von der Diakonie aus auch weiterhin kompetente Arbeit mit viel Herz auf dem Hintergrund des christlichen Glaubens geleistet wird. Kinder- und JugendarbeitWenn in unserer Kirche, wie es bis heute hin üblich ist, schon kleine Kinder getauft werden, dann erwächst hieraus die Verantwortung von Eltern, Paten und der Kirchengemeinde für die christliche Erziehung. Nur hierdurch können Kinder und Jugendliche mit der christlichen Tradition vertraut werden, können sie ein Gespür dafür entwickeln, was es heißt, getauft zu sein, kann Glaube wachsen. Die Kirchengemeinde hat sich ihrer Verantwortung den getauften Kindern gegenüber immer gestellt, indem unterschiedliche Angebote für Kinder und Jugendliche gemacht wurden. Dies wurde natürlich besonders wichtig, nachdem das Schulwesen nicht mehr in kirchlicher Hand lag. Alten Gemeindeblättern aus den 20er und den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts kann man entnehmen, dass bereits die Pastoren Gehrckens und Johannsen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Blick hatten. So ist davon die Rede, dass Kinder auf Beerdigungen sangen und die weihnachtlichen Krippenspiele aufführten. Pastor Johannsen erwähnt auch den Kindergottesdienst, der sonntags im Anschluss an den Hauptgottesdienst stattfand. Auf der anderen Seite beklagt er sich aber auch darüber, dass man im Gottesdienst kaum junge Männer antreffen würde. Wenn es darüber hinaus schon vor dem zweiten Weltkrieg so etwas wie kirchlich organisierte Kinder- und Jugendarbeit in Schwesing gegeben hat, dann wird diese schon in den 30er Jahren der Hitlerjugend unterstellt worden sein, was man allgemein so hinnahm. Nach dem Krieg blühte unter Pastor Lohse das Engagement für Kinder und Jugendliche erst richtig auf.. Man traf sich nun nicht mehr nur im Kindergottesdienst, im Kinder- und im Posaunenchor oder beim Konfirmandenunterricht. Nun gab es in der Woche auch Jungschargruppen, in denen erzählt und gespielt wurde, und Jugendliche konnten sich mit einem Diakon auch im neu errichteten Gemeindehaus in Wester-Ohrstedt treffen. In den 70er Jahren hatten die Kinder- und Jugendgruppen in der Gemeinde besonders großen Zulauf. Höhepunkte im Jahr waren die Freizeiten, die gut angenommen wurden, denn es war noch nicht allgemein üblich, mit den Eltern in Urlaub zu fahren. Aufgrund vieler anderer Angebote hat das Interesse an der Kirche in den 80er und 90er Jahren nachgelassen. Um dem entgegenzuwirken ist 1998 unter dem Titel "Taufprojekt" ein gemeindepädagogisches Konzept entwickelt worden, in dem es verstärkt um eine kontinuierliche Begleitung von Familien mit Kindern von der Taufe bis hin zur Konfirmation geht. Besondere Berührungspunkte mit der Kirche sind hierbei der Vorkonfirmandenunterricht, der mit 10-jährigen parallel zum vierten Schuljahr stattfindet, und besondere Tauferinnerungsgottesdienste. Nach wie vor treffen sich heute auch noch Kinder zur Jungschar im Pastoratskeller, wo sie von einer Erzieherin oder ehrenamtlichen Helferinnen betreut werden. Die "Kinderkirche" findet einmal im Monat statt. Und großer Beliebtheit erfreut sich die jährlich stattfindende Ferien-Kirche. So wachsen in Schwesing auch weiterhin Kinder mit ihrer Kirche auf, was für die Zukunft hoffen lässt. SeniorenarbeitNatürlich hat kirchliches Engagement immer auch den Alten und Schwachen gegolten. Besuche und seelsorgerliche Gespräche mit dem Pastor gehören genauso dazu wie viel ehrenamtliches Engagement, das dazu dient, älteren Mitbürgern eine Freude zu machen und sie in Gemeinschaft zu integrieren. Der BlockflötenkreisIm Jahr 1999 fanden sich Erwachsene, Kinder und Jugendliche aus der Kirchengemeinde zu vierstimmigem Musizieren auf Blockflöten zusammen. Schon viele Jahre vorher fand regelmäßig Flötenunterricht für Sopran- und Altflöten mit Wiebke Kaphengst statt. Eine Tenorflöte war bereits privat vorhanden, aber die notwendig gebrauchte Bassflöte für die tiefsten Töne und das "Fundament" im Chor, die fehlte noch.
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Arbeit in und aus der Kirche

